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„DIASPORA SCROLL“, Azra Akšamija (BIH)

 Mariahilferplatz

 

Wenn Stoffe Bände sprechen.

Das Licht hüllt die Mauern in ein Farbenspiel der Ornamente, einem Teppich unterschiedlicher Identitäten gleich. 1 Muster = 1 Bedeutung? Die Grenzen der Kulturen sind längst verschwommen – sind miteinander verwoben wie einzelne Fäden in einer zarten Stickerei, die zum Träger von Kultur und Geschichte wird.

Nicht nur im Auge der Betrachter, auch in ihren Köpfen und ihren Herzen, ist dieses Abbild der Kulturen somit viel mehr als die Summe seiner Teile.

 

Die nach dem Jugoslawienkrieg in Graz aufgewachsene Künstlerin Azra Akšamija beschäftigt sich mit kulturellen und religiösen Konstruktionen von Identität. Mit dem Ziel, Gemeinschaft zu fördern, Traumata zu überwinden und sozial sowie politisch wertvolle Innovationen zu ermöglichen, spürt die Architekturhistorikerin technologisches und materielles Wissen auf. „Diaspora Scroll“ ist als Kunstinstallation eine erste Fassung einer wachsenden Stoff- und Gedächtnisrolle, die Stickmuster sammelt und lokales mit migriertem Wissen miteinander verwebt. So erscheint die Lichtinstallation als digitale Überlappung unterschiedlicher ethnischer Ornamente wie ein vielfältig beschriebenes Manuskript.

 

Konzert-Tipp: QUARTETT FÜR DAS ENDE DER ZEIT

Mariahilferkirche


1941. Nancy, Frankreich.

In der bitterlichen Januarkälte finden sich im Gefangenenlager der deutschen Wehrmacht 400 Franzosen sowie die deutsche Lagerleitung zusammen, um für kurze Zeit den Krieg zu vergessen: Mit größter Aufmerksamkeit und Verständnis – so die Worte des Komponisten Olivier Messiaen – lauschten die Männer der Uraufführung des ‚Quatuor pour la fin du temps‘. Das „Quartett für das Ende der Zeit“ spiegelte nicht nur Messiaens tiefe Ehrfurcht vor dem göttlichen Geheimnis der Apokalypse wider, seine Musik vermochte auch die verfeindeten Soldaten für einen Augenblick in Einklang zu bringen.

 

 Klingendes Klanglicht in Graz Mariahilf

Zum stimmungsvollen Kerzenschein erklingt an den Festivaltagen zwei Mal pro Abend auch das Quatuor pour la fin du temps in der Mariahilferkirche. Das Quartett für das Ende der Zeit von Olivier Messiaen ist nicht nur ein bewegender Eindruck der Vergangenheit, sondern auch tiefer Bedeutungsträger für unsere Gegenwart. Mitglieder des Grazer Philharmonischen Orchesters präsentieren das kammermusikalische Werk, das im Jänner 1941 uraufgeführt wurde.

In der Besetzung finden sich Kurt Mörth an der Klarinette, Pauli Jämsä am Klavier, Fuyu Iwaki an der Violine und Gergely Mohl am Violoncello.

 

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