Notes towards a model opera

 


“Notes towards a model opera”, William Kentridge (ZA)


Das Heute legt sich über das Gestern, doch Vergangenheit kann man ebenso wenig löschen wie das, was gerade passiert: Mit einer hochpolitischen Installation von William Kentridge setzt das Schauspielhaus bei KLANGLICHT seine Auseinandersetzung mit dem afrikanischen Kontinent fort. In der 3-Kanal-Video- und Soundinstallation des südafrikanischen Künstlers überlagern sich Symbole der chinesischen Kulturrevolution mit der Greul des weißen Apartheid-Regimes in Südafrika sowie die Geschichte des europäischen Kolonialismus mit den heutigen Wirtschaftsinteressen Chinas.

William Kentridge ist international bekannt für seine raumgreifenden Installationen und gehört zudem zu den weltweit führenden Theater- und Opernregisseuren. Mit seinen Filmen, Zeichnungen, Objekten und Performances verwandelt er traumatische politische Erlebnisse in poetische Allegorien.

Foto (c) William Kentridge


„William Kentridges Arbeiten – seien sie fürs Theater oder die Oper, seien es Zeichnungen oder Installationen – verhandeln gesellschaftliche Konflikte. Sie sind politisch, schaffen sinnliche und zugleich komplexe Bildräume und setzen auf die Mehrdeutigkeit suggestiver Bilder. In dem gezeigten Werk beschäftigt er sich mit den vielgestaltigen Verflechtungen des europäischen und auch des chinesischen Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent. Das Schauspielhaus Graz setzt mit diesem Beitrag seinen „Afrika“-Diskurs fort.“

– Iris Laufenberg, Intendantin Schauspielhaus Graz